BCT-Touristik

Guatemala Reisen

Guatemala Wissenswertes und Reisehinweise

Reisehinweise Auswärtiges Amt

Guatemala: Reise und Sicherheitshinweise

Stand 01.05.2012
(Unverändert gültig seit: 12.04.2012)
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/GuatemalaSicherheit.html
Auswärtiges Amt, Bürgerservice, Arbeitseinheit 040, D-11013 Berlin
Tel.: (03018) 172000, Fax: (03018) 1751000

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

In vielen Landesteilen besteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko, vor allem in der Hauptstadt Guatemalas. Hier ist u.a. die Zone 10 (wichtigste Ausgeh- und Geschäftszone) von bewaffneten Überfällen betroffen.

Guatemala hat eine der höchsten Kriminalitätsraten in Lateinamerika. Vor allem im Stadtgebiet von Guatemala-Stadt, aber auch im Landesinneren, kommt es täglich zu bewaffneten Überfällen, deren Opfer häufig auch Touristen sind.

Zudem ist Guatemala zunehmend Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenkartellen und zwischen Drogenkartellen und den staatlichen Sicherheitskräften, bei denen es immer wieder auch zivile Opfer gibt. Die Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt ist sehr niedrig.

Waffen sind weit verbreitet. Grundsätzlich muss von der Bereitschaft zum Waffeneinsatz ohne irgendeine Warnung ausgegangen werden. Der Täter sollte daher nicht durch Widerstand herausgefordert werden. Es ist allemal sinnvoller, die geforderten Gegenstände (Wertsachen, Gepäck, Pkw etc.) widerstandslos herauszugeben und sich ruhig zu verhalten. Ratsam ist es auch, stets einen kleineren Geldbetrag mit sich zu führen. Gelegentlich werden Straftaten wie Entführungen und Vergewaltigungen auch durch uniformierte Sicherheitskräfte bzw. Personen in Uniform begangen, da das organisierte Verbrechen auch Teile der Nationalpolizei (PNC) und anderer staatlicher Sicherheitsbehörden durchsetzt hat. Überfälle werden außer auf Einzelpersonen und öffentliche Busse auch auf die vielfach angebotenen privaten Shuttle-Transporte zwischen den touristischen Zentren verübt.

Die allgemeine Sicherheitslage im gesamten Land ist schlecht. Bei allen Reisen innerhalb Guatemalas ist daher besondere Vorsicht angeraten (nächtliche Reisen vermeiden, nicht alleine reisen, abgelegene Strecken meiden, Vorsicht bei Geldautomaten, beim Tanken und beim Verlassen von Supermärkten, Banken und Einkaufszentren). Inzwischen kommt es auch in den bisher als sicher geltenden Einkaufszentren zu gewalttätigen Übergriffen.

Überall im Land muss jederzeit mit unerwarteten gewaltsamen Auseinandersetzungen gerechnet werden. Dabei spielen Kämpfe zwischen Drogenkartellen und Jugendbanden eine besondere Rolle. Von der Drogenkriminalität besonders betroffen sind das Grenzgebiet zu Mexiko (Grenzstadt Tecún Umán), aber auch die Departments Alta Verapaz (Cobán), San Marcos, Huehuetenango, Quiché, Izabal, Jutiapa, Zacapa, Jalapa, El Progreso, Escuintla, Petén sowie die Hauptstadt.

Die Vulkane Acatenango und Agua waren in der jüngsten Vergangenheit Schauplätze krimineller Übergriffe auf Touristengruppen. Der Pacaya ist von der Tourismusbehörde INGUAT wieder zum Besteigen mit lokalen Führern freigegeben.

Informieren Sie sich jeweils lokal, ob es in der Gegend Orte gibt, die nicht aufgesucht werden sollten.

Landesweit kommt es vermehrt zu Kredit- und EC-Kartenbetrug, sowohl bei der Benutzung an Geldautomaten als auch beim Bezahlen. Anschließend werden illegale Abhebungen von den Konten der Besitzer vorgenommen. Es wird empfohlen, nur Geldautomaten zu benutzen, die einer gewissen Überwachung durch Kameras, Bankpersonal etc. unterliegen. Wird die Karte beim Abheben vom Automaten einbehalten, kann es sich um einen Betrugsversuch handeln. In jedem Fall sollte sich der Betroffene zuerst mit seiner Bank in Verbindung setzen. Beim Bezahlen sollte die Kreditkarte nur vor den Augen des Inhabers benutzt werden. Es wird zudem empfohlen, regelmäßig die Kontobewegungen zu überprüfen. Bei den meisten Banken kann eine Versicherung zur Erstattung des Geldbetrages bei Kartenmissbrauch abgeschlossen werden. Im Betrugsfall ist eine Anzeige bei der guatemaltekischen Polizei und der Staatsanwaltschaft angebracht.

In Bars und Discotheken kommt es gelegentlich zur Anwendung von K.O.-Tropfen in offenen Getränken, um die handlungsunfähige Person anschließend auszurauben.

Frauen sind stärker gefährdet, besonders wenn sie alleine reisen.

Es wird empfohlen, Reisedokumente (Pässe, Flugtickets u.ä.) an einem sicheren Platz (z.B. im Hotelsafe) aufzubewahren und Kopien der wichtigsten Unterlagen (Pass, Tickets etc.) zu fertigen, um sich ggfs. ausweisen zu können.

Die Deutsche Botschaft empfiehlt dringend, vor der Einreise bzw. unmittelbar danach Kopien der Reisedokumente (Pass, Flugschein, Reisekrankenversicherung) und Kontaktdaten von Familie oder Freunden in Deutschland an die Deutsche Botschaft (Fax: 00502 – 23652270,

E-Mail: info@guat.auswaertiges-amt.de) zu senden.

Guatemala-Stadt

Die Mehrzahl der Überfälle auf Einzelpersonen findet in den Zonen 1, 4, 5, 9, 10, 18 und auf den verschiedenen Busbahnhöfen statt. Es wird geraten, die Zone 1 vor Einbruch der Dunkelheit zu verlassen. Überfälle sollten nicht durch das Tragen von wertvollen Gegenständen wie Schmuck, teuren Sonnenbrillen, Fotoapparaten u.ä. herausgefordert werden. Halsketten, Ohrringe und Uhren werden häufig ohne Rücksicht auf mögliche Verletzungen der Bestohlenen entrissen. Davor schützt erfahrungsgemäß auch das Tragen billigen Modeschmucks nicht. Auf der Straße und im Auto sollte nicht telefoniert werden. Mit Taschen- und Trickdieben muss überall gerechnet werden. Auch der bewaffnete Raub von Fahrzeugen ("Carnapping") ist an der Tagesordnung.

Von Fahrten in Elendsviertel wird dringend abgeraten.

Auch die insbesondere von Guatemalteken der Oberschicht und Ausländern bewohnten Stadtviertel der Zonen 10, 13, 14, 15 und 16 sind nicht mehr sicher. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten Sie sich möglichst nicht allein auf die Straße begeben.

In den Zonen 9, 10 und 14 werden Geschäftsreisende und Touristen oft unmittelbar nach Verlassen der Hotels oder auch Bürogebäude überfallen. Mehrere Banden haben sich u.a. auf den Raub von Laptops und Mobiltelefonen spezialisiert. Insbesondere bei Bankgeschäften ist besondere Vorsicht angezeigt, ebenso beim Abheben von Geld an Bankautomaten. Im Übrigen ist es wiederholt zu Betrugsfällen durch Datenmissbrauch gekommen.

In der Zone 10 ("Zona Viva“) kommt es besonders abends des Öfteren zu Schießereien.

Von der Benutzung von Stadtbussen (rot) und den Bussen "Transurbano"- außer Transmetro (grün) – wird dringend abgeraten. Auf öffentliche Busse werden immer wieder Anschläge verübt. Dutzende von Busfahrern, aber auch Passagiere, haben im vergangenen Jahr dabei ihr Leben verloren. Am 3. Januar 2011 wurde auf einen Bus in der Hauptstadt ein Bombenanschlag verübt.

Sonstige touristische Zentren

Antigua

Auch in der Umgebung von Antigua und in Antigua selbst ist es immer wieder zu Überfällen und in letzter Zeit auch wieder vermehrt zu sexuellen Straftaten gekommen. In den Abendstunden sollten Sie in Antigua nicht allein auf die Straße gehen. Im Übrigen werden oft Rucksäcke von Touristen mit Hilfe von Ablenkungsmanövern gestohlen. Taschen oder Rucksäcke sollten deshalb niemals neben den Stühlen in Cafés etc. abgestellt werden. Trotz Polizeipräsenz am Aussichtspunkt „Cerro de la Cruz“ kommt es dort immer wieder zu Übergriffen auf Touristen.

Department Petén und Tikal

Die Maya-Ruinen von Tikal werden durch die Touristenpolizei (Politur) gesichert, die auf den Hauptwegen patrouilliert. Trotzdem kommt es auch dort gelegentlich zu Überfällen. Für alle Ruinenstätten des Petén gilt, dass sie nur im Rahmen eines organisierten Ausflugs besichtigt werden sollten, die von einer Reihe von Reisebüros in der Hauptstadt und in Flores angeboten werden. In keinem Fall sollten allein arbeitende Reiseführer gebucht werden, da es in diesen Fällen bereits zu versuchten Vergewaltigungen in Tikal gekommen ist. Vor den sog. „sunrise- tours“ wird dringend abgeraten, da in den frühen Morgenstunden noch keine Polizeipräsenz im Park von Tikal gesichert ist. Gleiches gilt für die Ruinen in Sayaxché im Dept. Petén. Es wird geraten, nach Flores per Flugzeug anzureisen. In Flores kam es in der Vergangenheit zu Entführungen und Vergewaltigungen auch von Touristen. Von der Befahrung der Straße zwischen Flores und Sayaxché im West-Petén sollte aufgrund der starken Präsenz der Drogenmafia abgesehen werden.

Department Sololá

Fahrten insbesondere auf Seitenstraßen im Dept. Sololá und der CA-1 sind wegen sich häufender Überfälle gefährlich. Insbesondere die alte Strecke über Patzun sollte gemieden werden. Hier operiert eine Bande insbesondere an den Wochenenden. Autos, Busse etc. werden durch die Bande „gestaut“ und systematisch ausgeraubt. Im Departement Sololá kommt es vermehrt zu Fällen von Lynchjustiz.

Chichicastenango und Panajachel (Atitlán-See)

Auch die Stadtzentren von Chichicastenango und Panajachel (Atitlán-See) sollten in den Abendstunden nicht allein aufgesucht werden. Vorsicht geboten ist bei Wanderungen um den Atitlánsee. Insbesondere zwischen den Orten San Pablo la Laguna und San Marcos la Laguna sowie zwischen San Pedro la Laguna und Santiago de Atitlan kommt es immer wieder zu Überfällen auf Touristen. Zudem muss vor den meist in den Abendstunden und nachts patroullierenden Bürgerwehren in mehreren Ortschaften am Atitlán-See gewarnt werden.

Quetzaltenango

An folgenden touristischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Quetzaltenango kommt es seit mehreren Monaten häufig zu bewaffneten Überfallen auf Touristen: Cerro Quemado, Los Vaos, La Muela und Cerro Baúl.

Izabal

Am Rio Dulce im Departement Izabal kommt es gelegentlich zu Überfällen auf Segel- und Motoryachten. Es wird empfohlen, den Fluss nur tagsüber zu befahren und abends nicht allein zu ankern, sondern an einer der mehreren hoteleigenen Molen.

Vor den nachts patrouillierenden Bürgerwehren in mehreren Ortschaften am Atitlán-See ist Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, bei Dunkelheit nicht mehr unterwegs zu sein.

Reisen über Land

Das wichtigste Verkehrsmittel in Guatemala ist der Autobus. Überlandbusse sind vermehrt das Ziel bewaffneter Banden geworden. Sie sollten während der Reise in Überlandbussen und in den Busbahnhöfen ständig auf Ihr Gepäck achten (möglichst nicht aufs Dach des Busses verladen lassen ) und das Handgepäck niemals aus den Augen lassen. Die öffentlichen Busse sind zumeist in schlechtem technischem Zustand, so dass beträchtliche Unfallgefahr besteht. Zu den wichtigsten Touristenzentren fahren von der Hauptstadt und von Antigua aus besser gewartete Reise- und Kleinbusse im Rahmen der von Reisebüros organisierten Touren, aber auch auf diese Busse werden vermehrt gezielte Überfälle verübt. Reisen sollten sich auf die Hauptstraßen beschränken. Im Landesinneren sind Nebenstraßen sowie Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit zu vermeiden.

Gruppenreisende können und sollten vor Reiseantritt über die guatemaltekische Tourismusbehörde INGUAT (Tel. 00502-2421 2810 oder 15 00) ihre Reiseroute abklären und Sicherheitsbegleitung gegen Übernahme der Unkosten anfordern.

Sonstige Hinweise

Innenpolitische Unruhen sind nicht auszuschließen. Ohne oder mit geringer zeitlicher Vorwarnung können an neuralgischen Punkten landesweit Blockaden errichtet werden.

Vor dem Fotografieren bzw. Filmen der einheimischen Bevölkerung (Mayas) besonders in ländlichen Gebieten, aber auch in Touristenzentren, sollte man sich der Zustimmung der abzubildenden Personen versichern. In Fällen, in denen die Fotografie aus religiösen oder anderen Gründen abgelehnt wird, sollte der Wunsch respektiert werden.

Das Fotografieren von Kindern sollte generell unterbleiben. Hier kommt es immer wieder zu Missverständnissen (Kinderraub etc.) mit der Gefahr, dass die Bevölkerung Lynchjustiz anwendet.

Naturkatastrophen

Vulkane sollten nur mit landeskundiger Begleitung und/oder in Gruppen bestiegen werden. Bei der guatemaltekischen Tourismusbehörde INGUAT (Tel.: 00502 – 2421 2810) kann hierfür Polizeischutz angefordert werden.

Guatemala liegt in der durch Wirbelstürme gefährdeten Zone (Wirbelsturmsaison ca. Juni bis November).

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.